Barrierefreier Tourismus im Allgäu – große Chance und mangelhafte Umsetzung

Eine nachhaltige und barrierefreie Tourismusoffensive, wie sie heute unter dem Motto „Tourismus weitergedacht“ durch die Staatsregierung im Ostallgäu vorgestellt werden soll, braucht auch den ernsthaften Umsetzungswillen, wenn sie nicht zum reinen Wahlkampfschauspiel degradiert werden soll. Dazu gehört insbesondere auch eine ausreichende Ausstattung der entsprechenden Fördertöpfe für Barrierefreiheit, fordert die Allgäuer SPD-Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth, zugleich Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion für Menschen mit Behinderung.

Eine nachhaltige und barrierefreie Tourismusoffensive, wie sie heute unter dem Motto „Tourismus weitergedacht“ durch die Staatsregierung im Ostallgäu vorgestellt werden soll, braucht auch den ernsthaften Umsetzungswillen, wenn sie nicht zum reinen Wahlkampfschauspiel degradiert werden soll. Dazu gehört insbesondere auch eine ausreichende Ausstattung der entsprechenden Fördertöpfe für Barrierefreiheit, fordert die Allgäuer SPD-Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth, zugleich Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion für Menschen mit Behinderung.

 
Es ist schlicht falsch, wenn die Staatsregierung behauptet, dass sie zwischen 2015 und 2018 annähernd 500 Millionen Euro für Barrierefreiheit ausgegeben hätte. Wahr ist vielmehr, dass allgemeine Fördermittel etwa für Kitas und den öffentlichen Verkehr als Investitionen in Barrierefreiheit umettiketiert werden“, ärgert sich Ilona Deckwerth. Wenn man die Haushaltszahlen der Staatsregierung genauer analysiert, bleiben von den 500 Millionen nur rund 50 bis 60 Millionen übrig, die in echte Förderung der Barrierefreiheit investiert wurden. Notwendig wären jährlich mindestens 200 Millionen.

 
Ein Beispiel ist der viel zu langsame Ausbau der Barrierefreiheit bei den Bahnhaltestellen im Allgäu. Nur 11 von 55 Haltestellen in diesem Tourismusgebiet sind nach Auskunft der Deutschen Bahn AG barrierefrei. „Bei der Bahn-Aktion des VdK Oberallgäu am 1. August mit einer Fahrt von Kempten nach Oberstdorf wurde deutlich, welche gravierenden Mobilitätseinschränkungen Menschen mit Behinderungen erleiden, wenn nur ein einziger Bahnhof auf der gesamten Strecke barrierefrei ist“, verweist Deckwerth auf die überaus schwierige Situation für die Betroffenen.

 
„Barrierefreier Tourismus ist wirtschaftlich eine große Chance für Bayern und das Allgäu, er ist aber auch eine wesentliche Voraussetzung, wenn das Grundrecht auf Inklusion verwirklicht werden soll. Menschen mit Behinderung haben genauso das Recht auf Freizeit und Erholung in unseren wunderschönen Regionen wie alle anderen, aber fehlende Barrierefreiheit verunmöglicht dies in vielen Bereichen. Das muss sich dringend ändern und zwar mit aller Kraft!“ fordert Ilona Deckwerth.