Pressemitteilung 15/2017: Für Bayerns Rentnerinnen fällt die Bescherung bescheiden aus

Rentenzahlungen reichen für viele Frauen nicht zum Leben – In Kempten und im Oberallgäu beziehen Frauen zwischen 410 und 450 Euro weniger Rente als Männer

Besorgt reagiert die SPD-Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth auf die neuesten Zahlen des Bayerischen Arbeitsministeriums, wonach Frauen in Kempten lediglich 62% und im Landkreis Oberallgäu sogar nur gut 57 % der Durchschnittsrente von Männern erhalten. In Kempten sind das im Mittel 670,86 Euro, im Oberallgäu beläuft sich die Summe nur auf durchschnittlich 614,40 Euro. „Damit lässt sich kein altersgerechtes Leben bestreiten“, warnt die Sozialpolitikerin. „Es darf nicht sein, dass ein auskömmlicher Ruhestand wesentlich vom Geschlecht abhängt.“

Die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Menschen mit Behinderung und Inklusion kritisiert, dass die Familienpolitik der Staatsregierung Frauen systematisch benachteilige, indem sie sich an lebensfremden, längst überholten Rollenbildern orientiere: „Das Landesbetreuungsgeld zielt auf die Beibehaltung des Modells des männlichen Alleinernährers ab. Die Zeche zahlen im Alter dann die Frauen.“ Auf eine frühere Anfrage hatte das Sozialministerium die enormen Rentenunterschiede zwischen den Geschlechtern mit Hinweis auf den möglichen Bezug einer Witwenrente relativiert. Die schwäbische Abgeordnete ist empört: „Anstatt die Erwerbstätigkeit und damit eine auskömmliche Rente von Frauen zu fördern, rät die Staatsregierung: ‚Heirate einen gutverdienenden Mann und hoffe, dass er früh stirbt.‘“ An einer Gleichstellung der Geschlechter sei die CSU ganz offensichtlich nicht interessiert, kritisiert Deckwerth.

Die Politik müsse schleunigst für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen, um Frauen nach der Babypause eine reibungslosere Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen und sie vor der Teilzeitfalle zu bewahren.“, fordert die SPD-Politikerin. Die Familien- und Sorgearbeit der Frauen darf am Ende nicht zu einer Entwertung der Lebensleistung führen.“

Zudem trage die Entgeltungleichheit zu den geringen Renten der Frauen bei. „Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen beträgt stellenweise über 20 Prozent. Das ist unserer Gesellschaft unwürdig.“ Die SPD-Landtagsfraktion fordere deshalb gesetzliche Regelungen zur Gleichstellungen in der Wirtschaft sowie im öffentlichen Dienst. Der Freistaat Bayern müsse ein Vorbild bei der Schaffung gleichwertiger Karrierechancen sein, betont Ilona Deckwerth. Prekäre Arbeitsverhältnisse, insbesondere in den sogenannten Frauenberufen, müssten ein Ende haben: „Frauen haben nicht nur generell seltener einen festen Job, sie arbeiten auch allzu oft nur in Teilzeitmodellen, haben kaum Karrierechancen und verdienen weniger als ihnen zustehen würde.“ Entgegensteuern ließe sich durch bessere Angebote der Kinderbetreuung und paritätische Elternzeit-Modelle.

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