Pressemitteilung: Arbeitslosenzahlen: Menschen mit Behinderungen haben es auf dem Arbeitsmarkt weiterhin schwer

Ilona Deckwerth: Menschen mit Behinderung muss durch einen inklusiven Arbeitsmarkt ein Leben in Selbstbestimmung ermöglicht werden - Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen steigt in Bayern

Anlässlich der heute (30.11.2017) veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen fordert die Sprecherin für Inklusion der SPD-Landtagsfraktion, Ilona Deckwerth, den bayerischen Arbeitsmarkt mehr auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung auszurichten. „Arbeit ist einer der Kernfaktoren für eine gelingende Inklusion. Vergleicht man die Arbeitsmarktsituation von Menschen mit und ohne Behinderung, so lassen sich eklatante Unterschiede feststellen. Das können und dürfen wir so nicht akzeptieren!“

Während die Arbeitslosenquote insgesamt bayernweit in den letzten jahren gesunken ist, steigt sie bei den Menschen mit Behinderung an. Betrachtet man die Anstellungsverhältnisse, so fallen 56,6% der arbeitenden Menschen mit Behinderung in die Kategorie „Sonstige Anstellungsverhältnisse“, was Rückschlüsse auf sehr niedrige Gehälter zulässt. Dazu kommt, dass nur 3,3% der Menschen mit Behinderung sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. „Diese Entwicklungen müssen uns wachrütteln! Laut UN-Behindertenrechtskonvention haben Menschen mit Behinderung ein Anrecht auf Arbeit. Dieses Recht schließt ausdrücklich die Möglichkeit ein, den eigenen Lebensunterhalt durch diese Arbeit zu verdienen und verweist auf die staatliche Pflicht, dies durch geeignete Schritte zu verwirklichen“, erklärt Deckwerth.

In einem Antrag hat die SPD-Landtagsfraktion deshalb eine Erhöhung des sogenannten Budgets für Arbeit gefordert. Das Budget für Arbeit unterstützt Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderung in ihrem Betrieb beschäftigen, und finanziert gegebenenfalls eine benötigte Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz.

Zukünftig wird sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in vielerlei Hinsicht noch verschärfen: die Zahl der Menschen mit Behinderung wächst in Bayern nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kontinuierlich an. Bis 2030 wird besonders in der Gruppe der 55 bis 69-jährigen ein deutlicher Zuwachs prognostiziert. Der stärkere Einbezug von Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt wird also mehr und mehr notwendig sein, um den voranschreitenden Fachkräftemangel zu decken.

Deckwerth: „Die Barrieren auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung müssen beseitigt werden und dafür werden wir als SPD uns auch weiterhin mit aller Kraft einsetzen!“

 

MATERIAL

Antrag: Arbeitsmarkt Menschen mit Behinderung (PDF, 216 kB)