Pressemitteilung: Mehr Frauen in die Feuerwehr

MdL Ilona Deckwerth: „Mehr Frauen zu gewinnen, heißt die Freiwillige Feuerwehr stärken“.

„Ein neues Feuerwehrauto ist kein Spielzeug“ darin waren sich Feuerwehrkommandant Andreas Hofer (links) von der Freiwilligen Feuerwehr Kempten und sein Gast, Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth (SPD), einig, auch wenn die hohen Ausgaben dafür manchmal kritisiert werden. Das Foto zeigt von links: Andreas Hofer, MdL Ilona Deckwerth, Amtsleiter Brand- und Katastrophenschutz Michael Fackler und Alfred Prestel, St. Lorenz und Christian Briendl, Lenzfried.

Für die Sicherheit vor Ort sorgen 400 Aktive im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Kempten: Männer und Frauen. Auf Nachfrage der Landtagsabgeordneten Ilona Deckwerth (SPD) bei ihrem Besuch bei den Kommandanten erklärte Andreas Hofer in der Hauptwache: „Aktuell beträgt der Anteil der Frauen schätzungsweise fünf bis acht Prozent.“ Deckwerth reagierte darauf sehr positiv: „Ich freue mich, dass die Kemptener Feuerwehr aufgeschlossen ist für Frauen. Aber da ist noch eine Menge Luft nach oben. Mehr Frauen zu gewinnen, heißt die Freiwillige Feuerwehr stärken.“

Kommandant Hofer betonte mit Blick auf seine Mannschaft, die im Jahr durchschnittlich zu 3000 Einsätzen ausrücke: Von der von ihm genannten Zahl 400 dürfe man sich nicht täuschen lassen. Gegenüber der Abgeordneten aus Füssen wies er auf das Problem hin, dass Betriebe „ihre Feuerwehrleute“ oft nur ungern oder gar nicht für „unbedingt notwendige Schulungen“ freistellen würden. Auf weitere Nachfrage von Deckwerth, die auch an den Kommandanten Christian Briendl aus Lenzfried, gerichtet war, wurde deutlich, wie sich die Freiwillige Feuerwehr – auch auf sehr persönliche Art- um Nachwuchs bemüht. „Wir hatten Erfolg, weil wir mit unserer Einladung zu einer Info-Veranstaltung an den Haustüren geklingelt hatten und so ins persönliche Gespräch gekommen sind.“ Nur Flyer einzuwerfen, sei wenig effektiv. Wo die Struktur ländlich geprägt ist, so Kommandant Alfred Prestel, St. Lorenz, kommen die jungen Leute aus Tradition zu uns, weil schon der Opa ein Feuerwehrmann war und der Vater selbstverständlich auch schon länger bei den Floriansjüngern ist.

Außer den Buben und Mädchen ab derzeit zwölf Jahren – Deckwerth plädiert für etwas früheren Zugang im Schulkinderalter – sind eine weitere Zielgruppe für „Anwerbungen“ vor allem junge Erwachsene. Hofer nannte sie „Quereinsteiger“. Diese älteren Semester könnten für die Freiwillige Feuerwehr besonders wertvoll werden. Der Kommandant setzt drittens auf Studierende, „die schon bei anderen Feuerwehren feuerwehrtechnisch ausgebildet wurden und zur Hochschule Kempten gekommen sind.“

Dem vorsichtigen Vorstoß Deckwerths, das Eintrittsalter zu senken, hielten die drei Kemptener Kommandanten entgegen, was Prestel aus der Standortwehr St. Lorenz wie folgt auf den Punkt brachte: „Uns fehlen dazu pädagogische Fachkräfte“. Vater sein, reiche nicht aus, um eine Kindergruppe bei der Feuerwehr zu führen. Zudem sei es schwierig, die Kleinen sehr lange – das heißt, bis diese 16 Jahre alt sind – auch bei der Stange zu halten.

Eine Besonderheit in der zweitgrößten Stadt in Schwaben, wo sich Bürgerinnen und Bürger in den unterschiedlichen übers Gebiet verteilten Einheiten für Feuerwehreinsätze und -übungen zur Verfügung stellen, ist die Unterstützung durch „Profis“. Dies geschieht in einem zwölf Stunden dauernden Dienst. Ergänzt werden die Freiwilligen Feuerwehrleute folglich durch hauptamtliche Feuerwehrkräfte, die von 6 Uhr bis 18 Uhr in der Hauptwache zur Verfügung stehen. Wie hierzu Diplom-Ingenieur (FH) Michael Fackler vom städtischen Amt für Brand- und Katastrophenschutz erklärte, sei dadurch gewährleistet, „dass die Freiwillige Feuerwehr Kempten alle Stadtgebiete möglichst schnell erreicht, um so jederzeit professionelle Hilfe leisten zu können“. Amtsleiter Fackler unterstrich im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Deckwerth: „Die Wehren müssen technisch auf neuem Stand sein, um Sicherheit zu gewährleisten“. Mit ihrem Gast aus dem Landtag waren sich die Kemptener Kommandanten einig: Ein neues Feuerwehrauto sei kein „Spielzeug“. Zudem gelte es als ganz selbstverständlich und sei politischer Konsens, alle Aktiven einheitlich mit den bestmöglichen Schutzanzügen und Helmen auszustatten.